Zum 50. Mal wurde am DZFT ein ungeborenes Baby am offenen Rücken operiert
Weil die Diagnose „Spina bifida“ in Deutschland im Rahmen vorgeburtlicher Untersuchungen bislang meistens zum Abbruch der Schwangerschaft führt und damit einem Todesurteil für die betroffenen Ungeborenen gleichkommt, freuen wir uns am DZFT ganz besonders über das Jubiläum dieser Woche: Am 1. Juli 2011 konnte zum fünfzigsten Mal ein Kind mit dieser Fehlbildung lange vor der Geburt operiert werden.
Mittels minimal-invasiver Operationstechnik wurde die offene Stelle über dem Rückenmark mit einem Patch sicher verschlossen und verhindert nun im Verlaufe der restlichen Schwangerschaftsmonate, dass Bewegungsfähigkeit, Empfindungsvermögen sowie Kopf und Gehirn des Babys weiteren Schaden nehmen.
„Übertriebene Darstellungen der körperlichen Einschränkungen und zusätzlich mögliche spätere geistige Behinderungen auch vorgeburtlich unbehandelter Kinder zogen bisher meistens Schwangerschaftsabbrüche nach sich“, erklärt Prof. Thomas Kohl, Leiter des DZFT. Diese Alternative scheint nun mit der neuen Möglichkeit der Fetalchirurgie seltener in Anspruch genommen zu werden: „Immer mehr Eltern entschließen sich für einen minimal-invasiven Eingriff, der sehr viel schonender als die offene Chirurgie ist und durch den inzwischen immer mehr Babys mit nahezu normaler Bewegungsfähigkeit ihrer Beine zur Welt kommen.“
Seit dem Umzug des DZFT ans Universitätsklinikum Giessen und Marburg Mitte 2010 wurden schon 15 Kinder mit Spina bifida im Mutterleib operiert; allein drei von ihnen im vergangenen Monat Juni.
Mehr über die Diagnose „offener Rücken“ und betroffene Kinder erfahren Sie hier: www.fetalchirurgie-giessen.de



